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Ausverkauf der Häfen

Wie China durch Terminal-Beteiligungen in Europa profitiert

Egon Koch

Seit Jahren baut China seine maritime Seidenstraße in Europa aus. Die Staatsrederei Cosco besitzt fast vollständig den Hafen von Piräus und hält Beteiligungen in 13 weiteren Häfen, seit kurzem auch in Hamburg. Mit welchen Konsequenzen?

Nach der Übernahme durch Cosco 2016 stieg der Hafen von Piräus zum viertgrößten in Europa auf. Der Erfolg nütze vor allem China, sagen Kritiker, nicht Griechenland. Ein griechischer Hafenarbeiter erzählt am Hafentor von den schlechten Arbeitsbedingungen. Im Oktober 2021 wurde ein Kollege auf einem Cosco Pier vom Kran getötet.
Der Handel mit China macht 35 Prozent des Warenumschlags in allen europäischen Häfen aus. Der Handelsmacht China mit Kooperationen Paroli zu bieten, ist durch die Zergliederung der Häfen nahezu unmöglich. Die Terminalbetreiber stehen in harter Konkurrenz untereinander und versuchen vielmehr, die chinesische Staatsreederei an sich zu binden. Im September 2021 unterzeichnete Cosco mit der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ihre Beteiligung am Terminal Tollerort.
Drohen in Hamburg nun Zustände wie in Piräus? Die HHLA wiederum kaufte sich selbst in den italienischen Hafen Triest ein. Mit welchen Interessen? Und welche Rolle spielt die EU beim Ausverkauf der Häfen?

Sendetermin
Deutschlandfunk, Das Feature, 12. April 2022, 19:15 Uhr

Nominierung für den Ernst-Schneider-Preis 2023